Wiederaufbau des Tourismus im Fokus
Mitgliederversammlung des Ahrtal-Tourismus blickt gemeinsam nach vorne
Pressemitteilung vom 25. April 2024
Ganz im Zeichen des infrastrukturellen und touristischen Wiederaufbaus stand die Mitgliederversammlung des Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler am vergangenen Mittwoch. Der Vorsitzende Christian Lindner begrüßte die Vorstandsmitglieder und rund 100 Teilnehmenden herzlich und stellte zunächst die Mitgliederentwicklung dar. So hatte der Verein 2022 genau 272 Mitglieder, im Jahr 2023 lag die Zahl bei 268. „Es ist erfreulich, dass die Anzahl stabil ist und wir sind zuversichtlich, in den nächsten Jahren die Mitgliederzahlen auch wieder steigern zu können“, so Lindner. Er hob besonders hervor, dass die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ihren Tourismus-Zuschuss für 2024 um 20.000 Euro erhöht hat. Darüber hinaus dankte er der Kreissparkasse Ahrweiler, der VR-Bank RheinAhrEifel und der Coca-Cola AG im Namen des Ahrtal-Tourismus für die großzügige und dauerhafte finanzielle Unterstützung des Tourismus.
Auch Bürgermeister Guido Orthen ging in seinem Grußwort darauf ein, dass das Ahrtal näher zusammengewachsen sei und es wichtig sei, das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter zu stärken. „Dabei müssen wir verdeutlichen, wie wichtig der touristische Wiederaufbau auch für die Bürgerinnen und Bürger im Ahrtal ist, da dieser zu einem attraktiven Lebensraum beiträgt“, so der Kresisstadt Bürgermeister. Für die Ahr-Thermen kündigte er in diesem Zusammenhang den Beginn der Bauarbeiten für 2025 an. Andreas Lambeck, der sich als neuer Geschäftsführer der Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH vorstellte, fügte hinzu: „Wir müssen das Ahrtal als Ganzes sehen. Wir haben nichts davon, wenn Bad Neuenahr-Ahrweiler blüht und ein Teil des Ahrtals noch große Probleme hat. Wir werden nur gemeinsam Erfolg haben, wenn niemand hinten runterfällt. Alle Bereiche, ob Wein, Kulturlandschaft, Einzelhandel, Hotels oder auch Infrastruktur profitieren gegenseitig voneinander und sind untrennbar miteinander verknüpft.“
Geschäftsführer Christian Senk stellte die wirtschaftliche Situation des Vereins dar. „Die Zahlen entwickeln sich nach gleich zwei Katastrophen, der Corona-Pandemie und der Flut, sehr gut. Wir sind auf einem guten Weg, uns langsam wieder an ein Vor-Corona-Niveau heranzuarbeiten“, so Senk. Als positives Beispiel nannte er den Bereich Gästeführungen, der aufgrund der großen Nachfrage bereits 2023 schon wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht habe. Im Rahmen des Stellenplans kündigte Senk zum 1. Juni die Einstellung von Sebastian Rischen als neuen Projektleiter des Nachhaltigen Tourismuskonzeptes Ahrtal an.
Zentraler Dreh- und Angelpunkt im Marketing des Ahrtal-Tourismus bleibt laut Senk weiterhin die „We AHR open“-Kampagne, welche 2023 den Tourismuspreis Rheinland-Pfalz gewonnen hat. Mit Unterstützung des Landes sowie der Kreissparkasse und der VR-Bank könne die Kampagne in diesem Jahr fortgeführt werden, insbesondere mit Projekten im Social-Media-Bereich. „Für den mit Abstand reichweitenstärksten sorgen die We AHR open-Videos der Gastgeber. Denn die Menschen im Ahrtal und ihre persönliche Sicht sind für die Gäste von besonderem Interesse. Die Botschaft ist: Wir richten unseren Blick nach vorne! Es geht weiter!“, so Senk. Neue Videos seien bereits in Planung. Weiterhin kündigte er an, dass die Tourist-Information Ahrweiler im Blankartshof im Mai öffnen werde. Das Projekt Ahrtal-Card steige in Kürze in die nächste Phase ein: Angelehnt an die Leistungen der Gästekarte Bad Neuenahr-Ahrweiler wird die Ahrtal-Card zukünftig auch für Übernachtungsgäste, die außerhalb der Kreisstadt wohnen, erhältlich sein sowie auch für Tagestouristen. Hauptleistung der Ahrtal-Card wird wie bei der Gästekarte die freie Nutzung des ÖPNV sein.
Um die anwesenden Mitglieder über den Stand des Wiederaufbaus bei touristisch relevanten Bauprojekten zu informieren, hatte der Ahrtal-Tourismus mehrere Referenten eingeladen. Den Auftakt zum Thema Wiederaufbau Ahrtalbahn und Ahr-Radweg machten Christian Sauer, Leiter Projekt Wiederaufbau Ahrtalbahn DB Infra GO AG, und Stefan Schmitt, Leiter Projektbüro Wiederaufbau Ahrtal beim Landesbetrieb für Mobilität. „Wir haben nach wie vor das Ziel, die Bahn bis Ende 2025 nach Ahrbrück zu bringen“, so Sauer. Die komplette Wiederherstellung des Ahr-Radweges werde laut Schmitt noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, durch die Bahnlinie sei jedoch eine Überbrückung von Lücken möglich.
Die beiden Bauprojekte Kurparkliegenschaften und Kurpark erläuterte Geschäftsführer Jan Ritter. Der Spatenstich für den Neubau mit Tourist-Information, Haus des Gastes, Konzerthalle und Stadtbibliothek soll im August erfolgen. Als energetische Maßnahme sei auf dem Dach neben einer Dachbegrünung die Installation einer 100 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage geplant.
Weiter ging es mit Maximilian Kranich von der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler, der das Gewässerwiederherstellungskonzept für die Innenstadt-Bereiche Ahrweiler und Bad Neuenahr vorstellte. Das Ziel sei, ein HQ 100 mit 530 Kubikmeter Wasser pro Sekunde möglichst schadlos durch die Stadt zu bringen. Als erforderliche Maßnahmen nannte er beispielsweise Hubbrücken, Prallwände an besonders tiefliegenden Stellen und die Verlagerung des Rad-Weges ans direkte Ahr-Ufer.
Den neu gegründeten Verein „Zukunftsregion Ahr“ stellte Christian Klötzer vor. „Unser Fokus liegt auf der Bündelung von Kräften, der Einbindung der lokalen Wirtschaft und der Bürgerinnen und Bürger“, erklärte der Geschäftsführer des Vereins. Als Projektaktivitäten nannte er Infoveranstaltungen, Netzwerk-Events, Fachvorträge und Sponsoring-Maßnahmen.
Nachdem die Versammlung dem Vorstand Entlastung erteilt hatte und den Budget- und Marketingplänen für 2024 zugestimmt hatte, dankte Christian Lindner herzlich für das zahlreiche Erscheinen der Mitglieder. Mit den Worten „Die Zukunft können wir im Ahrtal nur gemeinsam bestmöglich gestalten“, schloss Lindner die Versammlung.

