2.000 Jahre in 2.000 Schritten
Eine Zeitreise in der Rotweinmetropole Ahrweiler
Das Ahrtal ist nicht nur ein schönes Fleckchen Erde. Es ist auch lebendiges Zeugnis von vergangenen Zeiten. In der Rotweinmetropole Ahrweiler können Gäste in nur 2.000 Schritten ganze 2.000 Jahre Geschichte hautnah erleben. Hier tummelten sich Römer in der besterhaltenen Villa Rustica jenseits der Alpen, hier kämpften tapfere Bürgerschützen im Mittelalter auf der wehrhaften Stadtmauer um ihre Heimatstadt und hier hütete die Bundesrepublik tief unter den Weinbergen ihr einstmals geheimstes Bauwerk während der Zeit des Kalten Krieges, den Regierungsbunker.

Auf den Spuren der Römer
Schon die Römer schätzten das Ahrtal mit seinem nahezu mediterranen Klima und hinterließen eine riesige Villa Rustica, deren Erhaltungszustand jenseits der Alpen ihresgleichen sucht. Im Museum Roemervilla begleiten die Besucher eine römische Adelsfamilie in ihrem Heim mit Küche, eigenem Badetrakt und Wohnräumen, die mit einer innovativen Fußboden- und Wand-Heizungsanlage ausgestattet war.
Mittelalter-Flair in der Ahrweiler Altstadt
Nur wenige Gehminuten entfernt beginnt inmitten des Ahrweiler Stadtmauerrings aus dem 13. Jahrhundert die Reise in mittelalterliche Zeiten. Wer durch eine der vier mächtigen Stadttore die Ahrweiler Altstadt betritt, fühlt sich zwischen engen Gassen und Fachwerkhäusern, Wehrgängen, Marktschänken, alt ehrwürdigen Adelshöfen und der imposanten Pfarrkirche zurückversetzt in die Zeit der Ritter und Lehnsleute, Mönche und Kaufleute. Bei der Nachtwächter-Führung tauchen die Gäste im Schein der abendlichen Laternen ein in Geschichten und Anekdoten.


Bunkeranlage unter der Weinbergen
Oberhalb von Ahrweiler, verborgen unter Weinbergen, liegt ein einzigartiges historisches Highlight: der ehemalige Regierungsbunker der Bundesrepublik Deutschland. Ab den 1960er Jahren in zwei Eisenbahntunneln angelegt, entstand eine 20 Kilometer lange, atombombensichere Anlage mit 83.000 Quadratmetern Fläche. Hier gab es unter anderem eine Kommunikationszentrale, eine Zahnarztpraxis, ein Fernsehstudio und das Zimmer des Bundeskanzlers. 1971 fertiggestellt, bot der Bunker 3.000 Regierungsmitgliedern Schutz im Falle eines Atomschlags. 1997 wurde die Anlage aufgegeben, ein Teilstück blieb erhalten.
Seit 2008 gibt das Museum mit Originalgegenständen und Dokumentationen hinter den massiven originalen Rolltoren Einblick in dieses geheime Kapitel des Kalten Krieges. Heute ist das Thema wieder aktueller denn je, so dass der Regierungsbunker sich auch als Mahnmal an eine Zeit versteht, die man eigentlich hinter sich lassen wollte.

